Szenen einer Ehe – Teil 3

Erneut hatte es mich getroffen. Nach dem Ausmalen sollte ich beim Zurückstellen der Möbel helfen. Diesmal fiel auch Hans aus, da er im Spital war. Er hatte zwei Muttermale auf dem Rücken, die ihm entfernt werden sollten. Tina war wie so oft auf Geschäftsreise. Gitta hatte spontan beschlossen die erfolgreiche Scheidung mit einem Aufenthalt in einem Wellnesshotel zu feiern. Auf dem Weg zu überlegte ich ob sich heute wieder etwas ergeben würde. Das letzte Mal hatte eindeutig nach mehr geschmeckt.

Vor dem Haus traf ich auf einen Boten von einem Lieferservice mit einem grossen Paket. Ich kam gerade hinzu um Schwiegermutters Stimme zu vernehmen: „4 Stock“.

„Das können sie mir mitgeben.“ Der Mann zögerte keine Sekunde und gab er mir das Paket: „So ein Glück könnte ich heute öfters gebrauchen. Heute hab ich lauter Häuser ohne Aufzug auf meiner Liste gehabt. Und das bei dieser Hitze.“ Ich nickte mitfühlend, wusste ich doch was mir bevorstand – Beth hatte am Telefon angedeutet, dass sie bereits sehr erfolgreich beim Ausmisten war.

Und so war es dann auch. Vor der Wohnungstür standen bereits etliche prall gefüllte Mistsäcke. Beth war noch immer am Ausmisten. Sie sass auf dem Boden und sah alte Pullover durch. Neben ihr war bereits ein grosser Stapel der zum Wegwerfen war.

Ich beugte mich zu ihr und gab ihr einen Begrüssungskuss: „Wo soll ich dein Paket abstellen? Hast wohl wieder die Wirtschaft angekurbelt.“

Beth lachte: „So wild war es nun auch wieder nicht. Stell es ins Bad auf die Waschmaschine. Sonst ist nirgends Platz.“

Ich schüttelte das Paket: „Was hast du denn gekauft?“

Beth zögerte: „Zwei BHs.“

„Ach nein, die will ich aber sehen. Ich hoffe doch nicht wieder so unmögliche Dinger.“

„Sei doch nicht so neugierig. Komm hilf mir auf. Ich muss was trinken.“

Ich zog sie vom Boden hoch und umarmte sie: „Wie geht’s meiner SchMu?“ Beth lehnte sich an mich: „Gut geht es ihr. Es ist eigentlich zu heiss zum Arbeiten. Aber es muss ja gemacht werden.“

Sie wollte sich lösen, doch ich hielt sie fest: „Nicht so schnell. Du wirst deinem Schwiegersohn doch einen Kuss geben.“

Beth lächelte: „Aber nur einen. Sonst bleibt womöglich noch die Arbeit liegen.“ Es wurde ein langer Kuss, dem dann doch noch weitere folgten. Ein langer intensiver Zungenkuss beendete das kleine Zwischenspiel.

„Das reicht, sonst werden wir nicht fertig.“

„Fertig werden? Wir haben doch noch nicht einmal angefangen? Wann zeigst du mir deine neue Errungenschaften?“

Beth grinste nur und löste sich aus meinen Armen: „Vielleicht später — vielleicht auch gar nicht.“

Bedauernd liess ich sie los: „Wo fangen wir an?“

Beth blickte sich um: „Am Besten ist, du trägst einmal die Säcke vor der Tür runter. Die links von der Tür kommen zum Müll und die rechts zur Altkleidersammlung. Ich mach noch den Kasten fertig, dann stellen wir die Möbel zurück.“

Ich stöhnte auf: „Nicht noch einen Sack. Es stehen schon genug draussen.“

„Das ist der Letzte, versprochen. Am Besten du beeilst dich, damit alle Säcke unten sind ehe die Müllabfuhr kommt.“

Ich zögerte kurz und wollte mich schon auf den Weg machen da hatte ich eine Idee: „Beth, wir machen das so. Für jedes Mal runtergehen, ziehst du etwas aus.“

Beth lehnte sich an den Kasten und sah mich überrascht an: „Das hättest du wohl gerne. Aber daraus wird nichts. Vielleicht kommt noch Maria kurz vorbei. Da kann ich ja schlecht nackt herumrennen.“

„Das ist was wahres dran. Aber ich glaub wenn sie überhaupt kommt, dann erst wenn die Arbeit erledigt ist uns wir bei der Jause sitzen.“

Beth konnte ein Lächeln nicht vollständig unterdrücken: „Pessimist.“

Ich machte mich an die Arbeit. Zum Glück waren die Säcke nicht wirklich schwer. Ich beeilte mich, denn ich hatte den starken Verdacht, dass Beth nichts gegen eine Neuauflage des letzten Mals hatte. Nach dem dritten Gang zum Mist war ich bereits heftig verschwitzt und wollte einen Schluck Wasser trinken.

Da ich die Wohnungstür nur angelehnt hatte, musste ich nicht läuten. Ich holte mir ein Glas Wasser und sah dann nach Beth. Als ich zur Schlafzimmertür kam, stand sie mit dem Rücken zur Tür und legte gerade den BH ab. Es war natürlich wieder so ein unmögliches Ungetüm. Ich blieb im Türrahmen stehen und verhielt mich ruhig.

Beth zog den BH aus und beugte sich zum Bett. Erst jetzt bemerkte ich den Karton, den ich dem Botendienst abgenommen hatte.